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Eine Stadt stellt sich vor

Die Geschichte Eferdings beginnt zur Römerzeit, damals war Eferding Straßenknotenpunkt am Donaulimes. Die Donau war im Eferdinger Becken weit verzweigt und reichte bis zur Stadt heran. Als die Bajuwaren im 6. Jahrhundert ins Land kamen, soll ein bajuwarischer Edelmann namens Efrito der Stadt ihren Namen gegeben haben. Wahrscheinlicher erscheint jedoch ihn vom niederdeutschen Evers (= Fluß, Schiff) abzuleiten, was bedeuten würde, ein Ort, wo Schiffe landen.

Zu Beginn möchte ich Dir das Eferdinger Stadtwappen, den „Wilden Mann“ vorstellen. Um dessen Entstehung rankt sich eine Sage:













Räuberische Banden belagerten die Stadt, und als man schon keinen Ausweg wusste, hatte ein Schneider einen listigen Plan. Man fertigte aus Holz und Stroh einen Riesen, bekleidete ihn mit Fellen und machte ihm eine furchtbare Fratze mit Hörnern auf dem Haupt. In der Abenddämmerung hob man mit viel Lärm und Geschrei den „Wilden Mann“ über die Stadtmauer. Worauf, vom Lärm erschreckt und aus Angst vor dem grässlichen Ungetüm, die Belagerer die Flucht ergriffen und die Stadt gerettet wurde.




Nach dieser kurzen Vorbetrachtung lade ich Sie ein, mit mir durch die Stadt zu spazieren. Sie beherbergt nicht nur Sehenswertes, in ihr ist auch die Geschichte dokumentiert.

Wenn wir vom Kreisverkehr stadteinwärts gehen, kommen wir an der Stelle vorbei, wo bis 1828 das Linzertor stand und gelangen auf den Schiferplatz.

Der Platz wird von einem prächtigen Barockensemble, bestehend aus dem ehemaligen Spital mit Spitalskirche (eine Stiftung des Geschlechtes der Schifer aus dem 14. Jahrhundert), einer Mariensäule und dem ehemaligen Freihaus der Schifer, beherrscht.

Beim großen Stadtbrand von 1762 wurden die gotische Kirche und das Spital zum Großteil zerstört und in barockem Stil erneuert. Aus der Zeit der Gotik blieben der Kirchturm und die Magdalenenkapelle mit ihrem schönen Netzrippengewölbe und den kostbaren Fresken erhalten.

Wir kommen zum Stadtplatz, der durch seine großzügige, seit dem Mittelalter fast unveränderte Anlage und seine imposanten, mit prächtigen Fassaden geschmückten Bürgerhäuser beeindruckt.

Beim Haus Stadtplatz Nr. 14 können wir an einem turmartigen
Aufbau das Eferdinger Stadtwappen, gehalten vom „Wilden Mann“, sehen. Um dessen Entstehung rankt sich eine Sage:

Räuberische Banden belagerten die Stadt, und als man schon keinen Ausweg mehr wusste, hatte ein Schneider einen listigen Plan. Man fertigte aus Holz und Stroh einen Riesen, bekleidete ihn mit Fellen und machte ihm eine furchtbare Fratze mit Hörnern auf dem Haupt.
In der Abenddämmerung hob man mit viel Lärm und Geschrei den „Wilden Mann“ über die Stadtmauer. Worauf, vom Lärm erschreckt und aus Angst vor dem grässlichen Ungetüm, die Belagerer die Flucht ergriffen und die Stadt gerettet wurde.

Das schönste Haus am Stadtplatz ist das „Lebzelterhaus Vogl“ Nr. 27. Seit 1683 Familienbetrieb als Wachszieher- und Lebzelterhaus, heute Cafe-Konditorei mit eigener Backstube. Es beherbergt eine noch vollkommen instand gehaltene Wachszieherwerkstätte und eine Sammlung alter Lebzeltermodeln. Bis in die heutige Zeit hat sich auch die Meterzeugung erhalten.

Am Ende des Platzes im Haus Nr. 37 befindet sich das ehemalige Gasthaus „Zum goldenen Löwen“. Eine Tafel an der Fassade erinnert uns an ein besonderes Ereignis. Am 30. Oktober 1613 feierte der Astronom Johannes Kepler in diesem Haus Hochzeit mit der Eferdinger Bürgerstochter Susanne Reuttinger.

Der Stadtplatz wurde anlässlich der 777-Jahrfeier der Stadterhebung im Jahre 1999 neu gestaltet. Dabei wurde auch das alte Eingangstor zum Schloss am nordseitigen Ende des Platzes aufgestellt und damit eine schöne, optische Verbindung mit dem Schloss hergestellt.

Historisch bestand diese Verbindung mit der Stadt schon immer. Zuerst war die Stadt im Besitz des Bischofs von Passau, von dem sie auch 1222 das Stadtrecht erhielt. Aus dieser Zeit ist auch bereits das Schloss nachweisbar.

1367 erwarben die Schaunberger durch Kauf Stadt und Schloss. 1559 wurden nach dem Aussterben der Schaunberger durch Erbschaft die Starhemberger die neuen Territorialherren. Im Besitz des Fürsten Starhemberg ist das Schloss auch heute noch, in dem einst – so erzählt es das Nibelungenlied – Kriemhild auf ihrer Brautfahrt ins Hunnenland übernachtete.

In unmittelbarer Nähe zum Schloss befindet sich die Stadtpfarrkirche, eine der bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Oberösterreichs.
Besonders hervorzuheben wären:

eine Doppelwendeltreppe aus der Zeit um 1500, die prächtige Barockkanzel, der neugotische Hochaltar (eine Grödener Arbeit),
sowie reliefgeschmückte Grabdenkmäler der Schaunberger und Starhemberger.

Am Ende des Kirchenplatzes sind wir an jener Stelle angelangt, wo einst des Schaunbergertor stand. Wir verlassen hier die Altstadt und schwenken nach rechts in die Promenade (Mittergraben) ein.

Hier können wir noch gut Reste des Stadtgrabens und der Stadtmauer sehen, bevor wir unseren Stadtrundgang beim Parkplatz beenden.
 

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